Die Highlights der Innovation Days

Veröffentlicht am: 11.Dez.2018

Aktuelle Technik-Trends und frische Business-Ideen für den IT-Channel: Die Highlights der Tech Data Innovation Days

  • Unternehmen müssen Agilität und Flexibilität in ihre Prozesse einführen
  • Technologien wie IoT und KI eröffnen dem Channel neue Geschäftsfelder
  • Neue Anwendungen erhöhen die Datensicherheit und Produktivität
  • Advanced Analytics-Konzepte für Fertigung, Handel und Supply Chain
  • IBM AI Infrastructure Reference Architecture ermöglicht einfache Skalierung verschiedener Infrastruktur-Komponenten

Zwei Tage lang drehte sich bei den Tech Data Innovation Days in Köln alles um innovative Technologien und Ecosysteme für den IT-Channel. Im Mittelpunkt standen anregende Vorträge zu den Trendthemen Internet of Things, Artificial Intelligence, Storage, Cloud, Security und Analytics.

Zum Start der Veranstaltung stimmte Frank Eilers die Teilnehmer in einer Keynote auf die Chancen und Herausforderungen ein, die durch die Digitalisierung entstehen. „Wir leben in einer VUKA-Welt“, stellte der Technikfreak und Podcaster fest. Die passende Erklärung schob er gleich nach: „VUKA steht für volatil, unsicher, komplex und ambivalent.“ Den zahlreichen Zuhörern empfahl Eilers, sich um organisatorische Ambidextrie zu kümmern, also gleichzeitig effizient und flexibel zu agieren. Denn mit Innovationen wie der Künstlichen Intelligenz entstehen „an jeder Ecke neue Geschäftsmodelle“. Was er damit meinte, zeigten in der Folge viele spannende Use Cases, Einschätzungen und Denkanstöße der referierenden Business Partner.

Neue Technologien bieten hohes Potenzial für den Channel

Großen Raum nahmen auf dem Channel-Event die Themenbereiche IoT, Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz) und Storage ein – letzterer vor allem in der Verbindung mit Cloud-Lösungen. Joachim Gucker, CEO von ARS Computer und Consulting, machte deutlich, dass viele Firmen momentan mit der Evaluierung von Cloud-Projekten beschäftigt sind. Andere hätten das Potenzial der Cloud noch gar nicht erkannt und müssten erst mal mit den entsprechenden Plattformen vertraut gemacht werden – beispielsweise der IBM Cloud Private (ICP), deren Funktionen und Möglichkeiten Gucker auf den Innovation Days erläuterte. Was sich heutzutage in der VMware-Welt abspiele, werde künftig „über containerbasierten Private- und Public-Cloud-Konzepte gemanagt“, so der ARS-CEO. Dabei sei die Expertise erfahrener IT-Reseller gefragt: „Begleiten Sie Ihre Kunden auf diesem Weg, sonst tut es ein anderer.“ Frühzeitiges Engagement zahle sich auf jeden Fall aus: „Wer jetzt einen guten Job macht, kann über die nächsten fünf bis zehn Jahre mit steigenden Umsätzen aus Projekten, Lizenzen, Support und Services rechnen.“

Die neuesten Storage-Trends kommentierte Björn Böttcher, Senior Analyst des Marktforschungsunternehmens Crisp Research. Böttcher, der in Köln auch die mit Tech Data durchgeführte Studie „Digital Infrastructure 2020“ (DI 2020; Download unter www.digital-infrastructure-2020.de) präsentierte, ist davon überzeugt, dass datengetriebenen Firmen die Zukunft gehört und das Datenverständnis als Teil einer digitalen DNA betrachtet werden sollte: „Das weltweite jährliche Datenwachstum beträgt derzeit 30 bis 40 Prozent pro Jahr. Durch die Digitalisierung, Analytics und IoT wird der Anteil von Active Data gegenüber Cold Storage wachsen.“ Object Storage werde in allen Bereichen zum bedeutenden Innovations- und Wertschöpfungsfaktor.  Böttcher skizzierte auch die wichtigsten Anforderungen an ein Next Generation Enterprise Storage-System: Skalierbarkeit, Performance & Verfügbarkeit, Datenhoheit & Sicherheit und Effizienz. Daten seien zweifellos das neue Gold, „aber auch das neue Asbest: Sie müssen immer und überall unter der Kontrolle des Unternehmens bleiben“. Eine weitere Herausforderung für Unternehmen sei die stark zunehmende Cyberkriminalität.

Innovative IBM-Anwendungen für die Datensicherheit und Produktion

Wie der Datentransfer in einer LAN- und SAN-Umgebung vor unautorisiertem Zugriff geschützt werden kann, demonstrierte Markus Schommer, Geschäftsführer der dualutions GmbH. Im Mittelpunkt seines Business-Continuity-Use Cases für einen Dienstleister, der Sozialversicherungsdaten speichert und verarbeitet, stand die Transition eines redundanten lokalen IBM-SVC-Konzepts in eine hochverfügbare SVC-Lösung. „Der Kunde wollte sicherstellen, dass die Daten an zwei Standorten immer synchron gehalten werden können und die Übertragungen verschlüsselt sind“, berichtete Markus Schommer. Dabei kommt auch eine IBM Power AIX-Umgebung zum Einsatz.

Dass sich Produktions- und Logistikprozesse im Internet of Things mit Echtzeit-Ortung und Edge-Computing effizienter machen lassen, veranschaulichte den Business-Partnern Nikolai von Loeper, Geschäftsführer von KINEXON: „Unsere Edge-Plattform KINEXON RIoT ermöglicht die Erschließung neuer Wertschöpfungsketten durch die Vernetzung, automatisierte Produktion und Logistik.“ Das zugehörige Sensoren-Netzwerk an den Maschinen bezeichnete von Loeper als „das präziseste Lokalisierungssystem der Welt“.  Die Anwendungsfelder seien nahezu grenzenlos – von der Prozessanalytik bis zur Robotik. Die vorgestellten Use Cases von Zalando (Asset-Tracking im Lagerbereich) und Bilstein (Prozessautomatisierung) unterstrichen die mögliche Bandbreite.

Natürlich macht die Digitalisierung auch vor dem Marketing nicht Halt. „Wenn ich keine Echtzeit-Daten habe, habe ich keine Relevanz“: Auf diese provokative Formel brachte Klemens Huber, COO & Partner der Dialogschmiede Group, die digitale Revolution für diesen Unternehmensbereich. „Bauchentscheidungen sind nicht mehr gefragt, und auch die Zeit des Silodenkens ist vorbei“, erklärte Huber. „Die Basis für eine moderne Markenführung sind Data Analytics und eine 360-Grad-Kundensicht. Je mehr Customer Intelligence ein Unternehmen sammelt, desto höher ist sein Wert.“ Wer im digitalen Wettbewerb Kunden gewinnen wolle, brauche eine Customer-Data-Plattform: „Relevanz, Kontext und Nutzen schlagen die Reichweite in der Marken-Kommunikation, was die Effektivität angeht.“

Wegweisende Use Cases zu den Megatrends IoT und Künstliche Intelligenz

Mit besonderer Spannung wurden von den Tech Data Partnern die Vorträge zu den Megatrends „Internet of Things“ und „Artificial Intelligence“ erwartet. Wolfgang Schmidt, Geschäftsführender Gesellschafter von X-INTEGRATE, gewährte interessante Einblicke in die Möglichkeiten von Advanced Analytics für Fertigung, Handel und Supply Chain. Im Fokus der vorgestellten Use Cases standen die Margenverbesserung durch Abfallreduzierung im Lebensmittelhandel und die Optimierung der Abläufe in Produktionshallen. Dabei spielt neben modernster IoT-Sensorik und IBM-Software die Künstliche Intelligenz eine maßgebliche Rolle. „Im Mittelstand wird digitalisiert, um Mehrwerte zu generieren“, betonte Schmidt. „Die Künstliche Intelligenz macht Maschinen smart.“

Auch die Sicherheit im öffentlichen Raum war ein Thema bei der Innovationsschau. Dr. Sebastian Schmitz, Head of Sales Operations bei der G2K Group, erläuterte, wie sich mit einer intelligenten Videoanalyse innovative Sicherheitskonzepte aufsetzen und Mehrwerte erzielen lassen – beispielsweise im Bereich von Bahnhöfen oder in Fußballstadien. Voraussetzung ist die Implementierung einer zentralen, skalierbaren Softwareplattform. Dort werden Daten von vielen verschiedenen Touchpoints zusammengeführt. „So wird die Komplexität beherrschbar“, betonte Schmitz. Dabei erlaubt „die Nutzung von KI automatisierte Benachrichtigungen und digitalisierte Aktionsprozesse zu vordefinierten Szenarien in kritischen Situationen“.

„Sieben Learnings aus AI-Projekten“ präsentierte Jörg Bienert, Vorsitzender des KI-Bundesverbandes, der die Position Deutschlands im internationalen Wettbewerb stärken will. Einen ersten durchschlagenden Erfolg sieht er im Bereich Deep Learning: „Bei der Bildmuster-Erkennung beträgt die Fehlerquote von Algorithmen nur noch fünf Prozent. Beim Menschen liegt sie höher.“ Als Praxisbeispiele stellte Bienert verschiedene Use Case vor, darunter eine AI Cam für die Qualitätssicherung in der Industrie, die keinerlei IT-Know-how benötigt, und das Konzept eines digitalen Zwillings, mit dem sich automatisiert die Betriebssicherheit eines komplexen Kompressors überwachen lässt. „China hat das Ziel, 2030 den Weltmarkt für KI-Technologien zu beherrschen“, warnte Bienert. In Deutschland werde das Potenzial selbstlernender Systeme erst allmählich erkannt.

Häufig starten KI-Projekte in einem eng gesteckten Rahmen und wachsen dann unerwartet schnell. Dabei stoßen Infrastruktur-Komponenten wie Compute, Storage oder Networking rasch an ihre Grenzen. Jens Mannteufel, IT Architect bei Tech Data, stellte dem IT-Channel in Köln die AI Infrastructure Reference Architecture von IBM vor. Diese ist ein unverzichtbares Tool, wenn es darum geht, verschiedene Komponenten ausgewogen zu skalieren. „Wir sind mit KI-Lösungen früh am Markt und wollen unseren Partnern helfen, erste Projekte umzusetzen“, erklärte Mannteufel. Dabei kommen Accelerated-Computing-Hardware (CPU/GPU) und neuronale Netze (Software-Stacks) zum Einsatz. „Artificial Intelligence ist ein Thema, das in den Unternehmen ganz oben angesiedelt werden muss“, so Mannteufel. „Als einziger Distributor in Europa verfügt Tech Data über ein eigenes KI-Team, das die Business-Partner beim Aufbau von Kundenprojekten unterstützt und Workshops zum Thema KI anbietet.“

Am Ende des zweitägigen Events waren sich die meisten Fachbesucher einig: Die Tech Data Innovation Days boten den Handelspartnern eine Menge Business-Anregungen, exklusive Einblicke in die neuesten technischen Entwicklungen und viel Platz zum Networking. Eine Neuauflage im ersten Halbjahr 2019 ist schon in Planung.

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Wir haben für Sie die Vorträge aufgezeichnet. Besuchen Sie dazu die Innovation Days Website:

Stephanie Thellmann

Stephanie Thellmann ist als Senior Marketing Manager für das IBM Software Marketing sowie für herstellerübergreifende Marketing-Projekte von Tech Data Advanced Solutions verantwortlich. Sie unterstützt Business Partner darüber hinaus im Rahmen der Initiative Marketing-as-a-Service bei ihren Marketing-Maßnahmen.

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