Welche Geschäftschancen bietet das Internet of Things für den Channel?

Veröffentlicht am: 10.Jan.2019

Das erfahren Sie im Artikel:

  • IoT-Technologien werden Datenaufkommen bis 2025 vervielfachen
  • Tech Data-Studie „DI 2020“ stellt Anwendungsszenarien vor
  • Use Cases aus Handel und Industrie beweisen Potenzial für Reseller
  • Managed Services lassen die digitale Fabrik Realität werden

Lesezeit: 5 Minuten

Tech Data Innovation Days: Welche Geschäftschancen bietet das Internet of Things für den Channel?

Die Unternehmensberatung IDC erwartet, dass das weltweite Datenaufkommen bis 2025 auf 175 Zettabyte ansteigen wird – acht Mal so viel wie 2017. Dieses gigantische Wachstum sollen Milliarden von Sensoren befeuern, die im Internet of Things 24/7 Unternehmensdaten erfassen, speichern oder auswerten. Auch IT-Reseller können am IoT-Boom mitverdienen. In welchen Bereichen sich die interessantesten Perspektiven eröffnen, erfuhren die Business-Partner bei den Tech Data Innovation Days.

Dass mit dem exponentiellen Datenwachstum große technologische Herausforderungen für den Enterprise-Sektor verbunden sind, macht die Studie „Digital Infrastructure 2020ersichtlich, die von Tech Data und Crisp Research realisiert wurde (Download unter www.di2020.de). „Durch Anwendungen in den Bereichen Automation, IoT und Machine Learning entsteht ein großer Bedarf an Agilität, Flexibilität und hoher Skalierbarkeit“, bestätigt der Analyst und Studien-Mitautor Jan Mentel.

Innovative IoT-Plattformen für Asset-Tracking und optimierte Prozesse

Was an automatisierten Produktions- und Logistikprozessen im Internet of Things bereits möglich ist, zeigten mehrere Firmen im Rahmen des Events. So stellte Geschäftsführer Nikolai von Loeper die KINEXON-Plattform RIoT (Realtime Internet of Things) vor, die auf Echtzeit-Ortung und Edge-Computing setzt, also die dezentrale Datenverarbeitung am Rande des Netzwerks. Dank eines horizontalen und offenen Ansatzes können verschiedene Datenquellen in die skalierbare Plattform integriert werden. So macht die Kombination von Stream-Verarbeitung und Echtzeit-Datenanalyse den Weg frei für innovative Anwendungen. Wichtige Funktionen sind die automatische Erkennung von Ereignissen oder Prozessanomalien, die Verknüpfung von Informationen aus Technologien wie GPS und RFID sowie Live-Vorhersagen. Anhand aktueller Use Cases bei Zalando und Bilstein erläuterte von Loeper, wie im Internet Wertschöpfung durch Vernetzung, automatisierte Produktion und Logistik entsteht. “Dabei dreht sich alles um die Frage: Wo befindet sich ein Teil oder Produkt gerade, und wie ist sein aktueller Zustand?”

Der Online-Versandhändler Zalando war vor dem Einsatz der KINEXON Technologie mit Suchzeiten und Leerlaufzeiten der Regale aufgrund der manuellen Sortierung und Verpackung unnötig beschäftigt, berichtete von Loeper. „Dank Asset-Tracking sorgt die RIoT-Plattform für eine verbesserte Prozesseffizienz, sichere Versandtermine, eine Erhöhung des Warenumschlags und eine Verringerung der FTE-Kosten.“ Bei Europas führendem Kaltwalzunternehmen Bilstein gab es Probleme in der lückenlosen Nachverfolgung des Materialflusses. Auch hier galt es, längere Suchzeiten und den manuellen Arbeitsaufwand beim Scannen von Teilen zu vermeiden. Die Lösung brachte ein vernetztes Tracking-Verfahren für die Gabelstapler und Kräne. Die Automatisierung hatte neben der erhöhten Prozesssicherheit auch eine gleichmäßigere Auslastung der Mitarbeiter und Maschinen zur Folge.

IBM Bluemix und SPSS als Basis aktueller IoT-Use Cases

Viele Retailer betrachten das Internet of Things noch als Zukunftsvision. Dabei verschenken Handelsunternehmen, die auf die Vernetzung der Lieferketten verzichten, viel Geld. Bei den meisten Aufgaben, die heute vielerorts noch manuell durchgeführt werden, bringt eine Automatisierung erhebliche Zeit- und Kostenersparnisse. Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer der Firma X-INTEGRATE, präsentierte bei den Tech Data Innovation Days ein spannendes Praxisbeispiel aus dem Lebensmittelhandel. Gemeinsam mit IBM und Avery Dennison entstand eine Plattform-Lösung, die mit der Kombination von IoT-Technologien und RFID-Funk die Möglichkeit bietet, Echtzeit-Inventuren durchzuführen. Gleichzeitig werden Produkte nach ihrer Haltbarkeit sortiert, sodass sie von den Mitarbeitern entsprechend platziert und im Preis reduziert werden können. Das Resultat ist ein geringerer Warenausschuss bei verbesserten Margen. Realisiert wurde das Ganze auf der Cloud-Plattform IBM Bluemix in Open Source-Umgebung.

Ein weiterer spannender Use Case widmete sich der Prozessoptimierung beim Maschinen- und Anlagenhersteller Felss Systems, der sich mit Predictive Analytics Wettbewerbsvorteile verschaffen konnte. Bei der Produktion hochpräziser Verzahnungen für den Automobilbau sind die Ansprüche an schnelle, flexible Prozesse besonders hoch. Um dies zu gewährleisten, hat Felss Systems die üblichen Prüfintervalle durch einen kontinuierlichen Scoring-Prozess und ein Vorhersagemodell ersetzt, das auf IBM SPSS-Software basiert. Hierzu werden die Maschinen für die Kunden mit Sensoren ausgestattet. Dank der kontinuierlichen und präzisen Kontrolle kann der Betreiber alle Arbeitsschritte in Echtzeit anpassen und gezielt vorhersagen, wann in einer Produktionskette ein Werkzeugwechsel oder die Veränderung von Parametern notwendig ist, um einen Ausfall zu verhindern.

Mit einem skalierbaren Managed Service-Paket, das die digitale Fabrik Realität werden lässt, konnte sich das Unternehmen ein neues Geschäftsfeld erschließen und im Wettbewerb um Kunden im Industrie 4.0-Umfeld punkten – getreu der Zielvorgabe von X-INTEGRATE-Geschäftsführer Schmidt: “Wir wollen Fehlerpotenziale ausschließen, Ausfälle minimieren und Topqualität garantieren.”

Geschäftschancen für den IT-Channel

Diese und ähnliche Praxisbeispiele demonstrierten den Business-Partnern, wie sie am IoT-Boom partizipieren können. Denn hinter jedem erfolgreichen Launch stehen High Performance Computing-Lösungen und digitale Services, die in der Cloud oder on-premise umgesetzt werden. Dafür ist der Channel der richtige Ansprechpartner, wenn er passende Konzepte anbieten kann.

Mehr Use Cases zu anderen IT-Themen wie Machine Learning, Security oder Analytics finden Sie auf der Innovation Days Nachlese Homepage:

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