Differenzierungsfaktor Plattformökonomie im Maschinenbau

Veröffentlicht am: 25.Apr.2019

Digitale Transformation – eine Herausforderung aber auch die entscheidende Chance

Ein Beitrag der Next Gen Business Unit (5 min Lesezeit).

Die Plattformökonomie bestimmt bereits hier und heute unser tägliches Leben in erheblichem Maße, ohne dass wir dies wirklich wahrnehmen. YouTube, Google, Facebook, Amazon sind im privaten Bereich nur einige wenige Beispiele dazu.

Die genannten sind deswegen u.a. so erfolgreich, weil sie effektive Ökosysteme geschaffen haben. Sie dringen auch in den B2B-Markt vor.
Findet der Umbruch auch in der produzierenden Industrie statt? Soll und will man dieses Potenzial und Erfolgsmodell von Google & Co. auf die produzierende Industrie transferieren?

Skeptiker geben zu bedenken, dass diese zwei Welten nicht vergleichbar sind und trotzdem, – so Experten – ist das disruptive Potenzial der Plattformökonomie auch im Maschinenbau längst erkennbar. Ein entsprechendes Ökosystem ist erst im Entstehen, doch klar im Trend: plattformbasierte Applikationen werden auch im industriellen Umfeld zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.

Die Plattform-Welt – auch ein Game-Changer für den Maschinenbau?

Digitale Plattformen sind Geschäftsmodelle, die mittels Informationstechnologie einen zweiseitigen Markt abbilden und wertschöpfende Interaktionen zwischen externen Herstellern und Kunden ermöglichen. Die Kernfunktionen hierbei sind, in einer offenen Infrastruktur einen einfachen Zugang für die Interaktionspartner anzubieten, Geschäftsregeln sowie Standards festzulegen und schließlich das “Matching“ zu realisieren.

Digitale Plattformen werden über IT-Systeme realisiert und bieten so den enormen Vorteil: technisch zu skalieren, um weltweit immer mehr Nutzer zu adressieren.

Mittlerweile gibt es eine Reihe an Plattformen-Typen: Werbe- / Cloud- und eben auch Industrieplattformen, wie etwa Siemens MindSphere, mit dem Maschinen an eine übergeordnete Produktions-IT angebunden werden und binden die Fabriken an das “Industrial Internet“ an.

Beim Vergleich der Digitalen Plattformen mit “klassischen“ Unternehmen fällt beim Blick auf die “Wertschöpfung“ folgendes auf: – Die Industrie arbeitet linear in der Wertschöpfung – Stichwort Pipeline-Unternehmen. Fokussiert wird am Ende die Zielgruppe des Kunden. – Die Digitalen transformieren diese Wertschöpfungsketten in die Digitalen Ökosysteme. Sie haben i.d.R. nicht die klassischen Produktionsfaktoren. Der Fokus liegt hier auch nicht nur auf der Zielgruppe der Kunden, sondern als zwei- oder mehrseitiger Markt auch auf der Zielgruppe der An-bieter. Die Pipeline-Anbieter haben das Ziel, stetig ihre Pipeline zu optimieren. Für mehr Effizienz, fokussiert eine Digitale Plattform primär den Matching-Algorithmus.

Wenn Anbieter mit gewerblichen wie auch privaten Kunden auf einer digitalen Plattform ihre gegenseitigen Geschäftsbeziehungen intensivieren können, hat das viele Facetten und wirkt sich gleichzeitig disruptiv auf den bisherigen Status Quo aus.

Trotz der heute bereits zur Verfügung stehenden Technologien sind viele Maschinenbauer noch viel zu sehr von klassischen Produkten und Prozessen getrieben. Dieses Defizit ist den Verantwortlichen durchaus bewusst. Dies gilt ebenso für den Aufbau von Maschinenbau-Plattformen.

Um den dringend notwendigen digitalen Aufholprozess zielgerichtet zu starten, benötigt man auch im Maschinenbau eine grundsätzliche Neuorientierung. Die althergebrachte, universelle Aufstellung mit maximaler Wertschöpfungsbreite und -tiefe funktioniert jedoch in der Welt der Plattformen bald nicht mehr für alle und es verlangt also nach strategischen Grundsatzentscheidungen, wo der zukünftige Fokus liegen soll:

  • in der Kundenbeziehung,
  • im Produktangebot oder
  • in der Bereitstellung der notwendigen Technologie

Wie in allen anderen Branchen gilt auch hier: Es gibt keinen „One-Size-Fits-All“-Ansatz für die digitale Transformation.

Speziell für den Maschinenbau wird die Plattformökonomie zur Herausforderung der digitalen Transformation, sie kann aber auch die entscheidende Chance für Wachstum der einzelnen Unternehmen bieten.

Es heißt: Die Plattformökonomie ist sowohl in B2C als auch in B2B Kernstück der digitalen Wirtschaft – ohne Plattformökonomie keine digitale Wirtschaft und keine Industrie 4.0.

Ein Beitrag von Peter Bachl.

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Carola Liedtke

Carola Liedtke ist Channel Marketing Managerin bei der Tech Data GmbH & Co. OHG. Sie bietet herstellerübergreifend Partnern Unterstützung an der Schnittstelle zwischen Marketing & Vertrieb. Sie ist mitverantwortlich für das Next Gen Marketing.

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