Multi-Clouds, Containerisierung und der Channel

Veröffentlicht am: 14.Mrz.2019

Tech Data TrendUp über die Zukunft des Cloud-Computing

  • Der Trend geht in Richtung Hybrid-/Multi-Cloud und Cloud-native Applikationen.
  • Geschäftskritische Anwendungen in der Cloud sind noch zu wenig verbreitet.
  • Container-Techniken überwinden Hürden für stärkere Cloud-Nutzung.
  • Externes Fachwissen und Praxiserfahrungen dringend gesucht.
  • Zum „Trusted Advisor“ bei der Cloud-Transformation des Kunden werden.

Lesedauer : 5 Minuten

Mehr Flexibilität, Portabilität und Effizienz: Mit dem Einzug neuer Cloud-Technologien und Cloud-Ansätze findet ein grundlegender Transformationsprozess der IT statt. Eine Entwicklung, die das Channel-Business vor Herausforderungen stellt, gleichzeitig allerdings auch attraktive Perspektiven für neue Geschäftsmodelle eröffnet.

  

„Der Einsatz von Container-Technologie auf Hybrid-/Multi-Clouds wird die Art und Weise, wie wir IT betreiben, nachhaltig verändern“, formulierte Rafael Ulrich, Business Development Manager IBM Hybrid Cloud bei Tech Data die Hauptthese der Veranstaltung. Mit dem „TrendUp Cloud“ setzte Tech Data das letztes Jahr erfolgreich gestartete halbtägige Event-Format fort und lud seine Business Partner zum Informations- und Gedankenaustausch ins Bamberger Haus nach München ein.

20 Repräsentanten von Systemhäusern, Independent Software Vendors und Managed Service Providers nutzten das Angebot des IT-Distributors, um sich über aktuelle Cloud-Trends und die Konsequenzen für den Channel zu informieren.

Enterprise Workloads in der Cloud: Unternehmen zögern noch

Die Diskussionen um Public oder Private Cloud sind von der Praxis längst überholt, wie Michael Sigmund, Cross Brand Software Client Architect bei IBM in seinem Vortrag betonte: „Die Frage heißt heute: Wie viele Clouds und wo sind Sie.“ Hybride Cloud-Konzepte erweitern sich dabei stark in Richtung ‚Multi-Cloud’. Viele Unternehmen zeigen sich beim Cloud-Einsatz für geschäftskritische Anwendungen jedoch sehr zurückhaltend. Nur zirka 20 Prozent der Enterprise Workloads sind bisher in die Cloud verlagert worden, so eine aktuelle Untersuchung von McKinsey. Die Gründe liegen nach Meinung von Michael Sigmund neben Compliance- und Sicherheitsaspekten vor allem im Cloud-Management, in der Konnektivität zwischen den genutzten Cloud-Lösungen und an dem notwendigen Expertenwissen.

Das Ziel sind Cloud-native Architekturen

Zudem steigt die Bedeutung von Cloud-nativen Applikationen, die speziell für den Cloud-Betrieb beziehungsweise direkt in der Cloud konzipiert wurden. Auf diese Weise können Innovationen schneller entwickelt und neue Produkte rasch skaliert werden. „Noch bestimmen Legacy-Systeme die Applikationslandschaft. Doch das Ziel sind heute bereits Cloud-native Architekturen“, betont Michael Sigmund.

Aus diesen Entwicklungen leiten sich zwei Fragen ab: Wie lassen sich Hürden und Hemmnisse abbauen, damit die Cloud stärker für Geschäftsanwendungen genutzt wird? Und zweitens: Wie sieht der Weg hin zu Cloud-nativen Architekturen aus?

Container-Techniken geben Antworten

‚Ein zentraler Baustein für die Cloud-Zukunft ist die Open Source Container-Technologie’, darin waren sich alle Teilnehmer einig. Dabei werden die Anwendung und ihre notwendigen Abhängigkeiten wie Bibliotheken in einen virtuellen Container „gepackt“, welcher dann auf jedem beliebigen Linux- und Windows-System ausführbar ist. Auf diese Weise lässt sich eine Applikation über unterschiedliche Plattformen und Infrastrukturen „bewegen“, ohne dass sie dabei ständig an die jeweiligen Vorgaben für den Einsatz und Betrieb angepasst werden muss.

Die Container-Technologie ist eine wichtige Antwort auf die beiden oben gestellten Fragen. Denn sie erhöht die Portabilität, Skalierbarkeit und Flexibilität von Applikationen, die sich Cloud-nativ entwickeln und über verschiedene Clouds hinweg einsetzen lassen. Um ihre Praxisvorteile zu entfalten, müssen die verschiedenen Container verwaltet und orchestriert werden. Dabei hat sich die Open Source-Lösung Kubernetes als De-Facto-Standard etabliert.

In der Praxis angekommen

„Die Container-Technik ist längst in der Praxis angekommen und findet in Deutschland mehr und mehr Anwender“, berichtete Thomas Fricke, Partner und CTO der Endocode AG aus Berlin. Die Hauptstadt ist nach den Worten von Thomas Fricke zu einem „Hotspot“ für die Container-Entwicklung  geworden. Hier treiben Start-up-Unternehmen und junge Programmierer die Container-Technologie mit Nachdruck voran.

Rafael Ulrich von Tech Data sieht ebenfalls, dass Unternehmen die Vorteile von Container-basierten Anwendungen für Ihre Cloud-Strategien erkennen. Doch sind seiner Meinung nach viele Unternehmen nicht in der Lage, in Eigenregie entsprechende Lösungen umzusetzen. In vielen Fällen fehle es an Fachkräften und Best-Practice-Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund eröffnet sich für Systemhäuser und Beratungsunternehmen ein attraktives Geschäftsfeld. Rafael Ulrich: „Ihre Kunden brauchen dringend Hilfe beim Upgrade der eigenen IT- und Cloud-Strategie.“

Cloud-Engagement als Zukunftsfrage für den Channel

Für Gastredner Joachim Gucker, CEO der ARS Computer und Consulting GmbH ist das Engagement des Channels beim Cloud-Thema sogar eine Zukunftsfrage: „Wenn Sie die Cloud-Transformation ignorieren, vor der Ihr Kunde steht, sind Sie ‚out of business!’“ Er rät stattdessen, ein Gespür dafür zu entwickeln, welcher Mind-Set sich durchsetzt, um herauszufinden, welche konkreten Herausforderungen der Kunde in Sachen Cloud-Transformation zu bewältigen hat. Unerlässlich ist es nach Guckers Ansicht, Technologie-Expertise in zentralen Zukunftstechnologien wie Container und Kubernetes, aber auch in den neuen IBM Cloud Private- und Multi-Cloud-Plattformen aufzubauen. „Achten Sie darauf, dass die IT-Strategie des Kunden zu ihren Produkten und Kompetenzen passt. Nur so stellen Sie sicher, dass sie als Systemintegrator und Beratungshaus ein ‚Trusted Advisor’ werden, beziehungsweise bleiben“, empfiehlt Joachim Gucker.

Für das Thema sensibilisiert

In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass keiner allein die Herausforderungen rund um den Cloud-Wandel bewältigen kann. Vielmehr steigt die Bedeutung einer umfassenden Zusammenarbeit, eines offenen Dialogs und eines fairen Umgangs miteinander.

„Gerade deshalb sind Veranstaltungen wie der Tech Data TrendUp wichtig“, so das allgemeine Feedback. Teilnehmer lobten die gute inhaltliche Mischung aus Einführung und vertiefenden technischen Informationen. In den Kaffee-Pausen, beim Eisstockschießen und beim gemeinsamen Abendessen gab es zudem genug Zeit zum Networking.

„Ziel der TrendUps ist es, das Bewusstsein unserer Partner für die Bedeutung und Auswirkungen aktueller IT-Trends zu schärfen und die Kooperation untereinander zu fördern“, erklärt Stephanie Meyer, Channel Marketing Manager IBM Hybrid Cloud bei Tech Data. Beim TrendUp Cloud ist dies Tech Data gelungen oder wie es eine Teilnehmerin auf den Punkt bringt: „Ich habe viele wichtige Impulse und Kontakte aus der Veranstaltung mit genommen und vor allem begriffen, dass wir als Systemhaus uns auf die Cloud-Transformation einstellen müssen.“

Der nächste TrendUp ist für Mai zum Thema IoT geplant. Infos folgen in Kürze auf unserem Blog.

 

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Unser Experte, Rafael Ulrich, steht Ihnen gerne zur Verfügung!

Rafael Ulrich
Business Development Manager IBM Hybrid Cloud
Mob: +49 (0)172 2947 763
rafael.ulrich@techdata.com

Autor: Jürgen Neitzel

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